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Handbike



Tiefflieger - In seinem Renn-Handbike triumphierte Heinz-Josef Krietenbrink von der BSG Bielefeld über die 5.000 Meter.   Foto: grotewold

 
 
Ein Schicksalsschlag als Impuls

Paderborn (ugr). Ein Motorradunfall veränderte vor 23 Jahren das Leben von Heinz-Josef Krietenbrink. Doch dieser Schicksalsschlag entfachte seine Leidenschaft für Sport. „Ich musste unbedingt etwas machen", begründet der Handbiker nach dem Gewinn des 5-Kilometer-Rennens die damalige Sinneswandlung. „Bei der Citymarathon-Trophy in Hamburg geht es nächstes Wochenende über die volle Distanz", kündigte der Fahrer der BSG Bielefeld sein nächstes Rennziel an.

Quelle: Neue Westfälische vom 18.04.06

 
 
       Impressionen vom Hamburg Citymarathon 2006
               
 
                   
 
 
                  
 
                  
                  
 
 
 
 
                   Puig Major: die ewige Herausforderung

                                               Von Hartmut Goldapp


Vom 12.09-17.09.05 habe ich mir einen kleinen Radurlaub auf Mallorca gegönnt. Eigentlich nur mal so zum Abhängen dachte ich, aber es kam etwas anders. Ich war bei Phillip`s Bike Team und am Donnerstag ist dort Radmarathontag angesagt und da hatte es mich gepackt. Ich hatte mich für die Puig Major- Tour entschieden, das sind 165 km mit 2.300 Höhenmetern. Dieser Entschluss wurde Mittwochabend draussen an der Bar bei lauschigen Temperaturen, guter Unterhaltung und leckerer Flüssigkeit gefasst. Es war erst etwas schwierig, einen Fahrradscout für mich zu bekommen, denn es waren alle für die Fahrradgruppen eingeteilt und der Chef selber hatte "keine Zeit" (oder keine Lust?). Aber es gab noch Andre und der hatte Zeit. Andre und ich haben dann eine kurze Lagebesprechung gehalten und geklärt, wann es am nächsten Tag los gehen soll. Also, dann ab in die Kiste, es war mittlererweile halb 12 Uhr.

Um 7 Uhr morgens am nächsten Tag ging der Wecker. Aufstehen, waschen, anziehen, frühstücken und aufrüsten zum Biken. Es sollte um halb 9 Uhr losgehen, aber wie immer dauerte es mal wieder länger und wir fuhren erst um 10 Minuten vor 9 Uhr los. Die Radfahrergruppe mit 7 Fahrern, welche die gleiche Tour fuhren, wollte um 9 Uhr starten. Andy, der Scout dieser Gruppe, meinte, dass er uns wohl spätestens am ersten größeren Anstieg nach ca. 15 km eingeholt haben würde. Das dachte ich auch
, aber ich habe nicht mit Andres Kampfgeist gerechnet, und dieser hat mich dann auch angesteckt.

Da auf Mallorca zur Zeit viel Straßenarbeiten stattfinden, mussten wir etwas anders fahren, als es die Marathonstrecke vorsieht und zwar nach kurzer Einfahrzeit eine steile Rampe von 10% herauf. Diese bin ich sonst immer nur mit über 70km/h heruntergefahren.

Andre hatte einen guten Tritt und wir fuhren zügig herauf und dann weiter Richtung "Hauspässchen", dem besagten Anstieg nach 15 km. Wir schauten uns immer um, wo denn die anderen bleiben, dann die nächste Rampe herauf und dann weiter das "Hauspässchen" hoch. Ich dachte mir, wir müssen es auf jeden Fall schaffen, vor den Radfahrern oben auf dem Pass zu sein, denn nach der Abfahrt vom Pass wird es etwas flacher und man kann sich dann gut von den denen ziehen lassen. Dieses dachte Andre auch und so ging es sehr fix den "Hügel" hoch und immer umgucken.
Oben angekommen, kurz umgeschaut aber kein Andy mit der Radlergruppe in Sicht, merkwürdig.

Dann ging es das "Pässchen" herunter und auf dem langen Flachkurs weiter. Andre blühte richtig auf, was mir sehr entgegen kam, immer die Kette rechts und "Späne machen". Wir rauschten so mit bis zu 40km/h auf dem Flachkurs dahin und spulten Kilometer um Kilometer Richtung Gebirge ab. Irgendwann sagte Andre zu mir: "Wenn du so weiter fährst, holt uns die andere Gruppe nie ein".

Nach einer gewissen Zeit hörte ich plötzlich Stimmen hinter mir und schaute mich um. Eine Radlergruppe hatte sich uns beiden angeschlossen und war am "lutschen". Das gefiel Andre irgendwie nicht und er erhöhte das Tempo, und nach ein paar Kilometern waren wir wieder allein. Mein Tachometer zeigte mittlerweile 60 km an, und wir stiegen gerade in
s Gebirge ein, da kam sie, Andys Radlergruppe.

Andy konnte es nicht glauben, dass er und seine Truppe, um unseren 10 Minuten Vorsprung aufzuholen, 60 Kilometer gebraucht haben. Andre und ich fuhren noch 2 Kilometer mit ihnen ins Gebirge, aber da habe ich dann doch den kleinen Unterschied gemerkt, und ab da fuhren wir beide wieder alleine, aber jetzt als die Jäger und das blieb auch so.

Der Puig Major hat eine Höhe von 1.100 Metern und man fährt mit einer kleine Zwischenabfahrt von 200 hm ca.28 Kilometer bergauf, das "schlaucht" ganz gut, weil der Anstieg sehr unregelmäßig ist. Kurz vor der Zwischenabfahrt haben wir dann eine Pause in einem Lokal gemacht und dort Andy und seine Truppe getroffen. Diese fuhren aber schon nach kurzer Zeit weiter. Als wir unsere Pause beendet hatten, ging es in die kleine Abfahrt, was sehr gut tat, und dann in die letzten Steigungen des Puig Major. Es ist dort eine schöne Landschaft, aber ohne Schatten und mit viel Wind und Sonne und zum Teil sehr steilen Rampen. Nach ca. 3,5 Stunden Klettertour waren wir oben. Hurra! Und dann kommt das Geilste überhaupt, wofür sich die ganze Mühe lohnt:

20 MINUTEN ABFAHRT!!

Da geht es richtig ab mit über 50km/h den Berg hinunter mit Kurven rechts und Kurven links. Man muss nur vorher sicher sein, dass kein störender Bus oder ein PKW vor einem herfährt, das würde die Freude erheblich mindern. Nach Ende des Geschwindigkeitsrausches, am Fuß des Berges, ging es dann auf einer kleinen Flachstrecke weiter, wo der Servicewagen von Phillip`s Bike Team stand. Dort haben wir uns kurz gestärkt, denn es ging ja weiter in den nächsten Berg, den Soller.

Dieser Berg ist nicht ganz so hoch, nur 600 Meter, aber mit mehr als 30 Kehren. Er lässt sich aber ganz gut fahren, denn die Steigung ist gleichmäßig und man braucht immer nur zwischen zwei Gängen zu wechseln. Oben angekommen, haben wir wieder einmal eine Pause gemacht, und zu unserer Unterhaltung diente dort ein speiseeisverzehrender Esel (vierbeinig). Die Abfahrt war wie der Anstieg, sehr kurvig und es ging somit nicht ganz so schnell wie die Abfahrt vom Puig Major, aber als Anreiz diente ein Motorradfahrer, der recht zügig fuhr, und wir wollten es ihm gleich tun.

Unten angekommen ging es wieder flach weiter, ca. 15km, aber nicht mehr ganz so schnell, nur noch zwischen 30km/h und 35km/h, denn die Berge hatten doch ihre Spuren hinterlassen. Dann zum Schluss noch einmal das "Hauspässchen", das zwar nur 250 hm hat, aber ich war platt und das Ding zog sich unendlich in die Länge. Vom Pass ging es fast nur noch bergab, auch die schöne Rampe hinunter mit ungefähr 70km/h und dann ausrollen bis zum Hotel.

Es war mal wieder ein super Erlebnis, ich bin diese Tour schon einmal 2002 gefahren. Aber ohne meinen Tourscout Andre, an dessen Hinterrad ich ständig geklebt habe, und die gute Organisation von Phillip`s Bike Team hätte ich das nicht geschafft.


Tour Informationen:

Die reine Fahrzeit für die 165 km mit 2350Hm betrug 7std und 50min.
Wir hatten insgesamt 1std Pause.
Die größte Steigung betrug 14%
Das größte Gefälle betrug 12%
Ich habe bei der Tour 4314 Kilokalorien verbraucht mit 40% Fettanteil.
Die durchschnittliche Herzfrequenz betrug 137.
Mein Flüssigkeitsverbrauch lag bei ca.5 Liter.
Hoher Verbrauch von Bananen und Trockenfrüchten
Sonne pur bei 25-28° C
Leichter Wind aus Nordost